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Der Weg ist das Ziel
Ich habe meine Strecke in acht Abschnitte geteilt, die ich an acht aufeinander folgenden Tagen absolvierte. Das war zunächst durchaus willkürlich, denn es wären genauso gut zehn, fünf oder gar nur drei Etappen möglich gewesen. Ich fragte mich ganz einfach, was eine verträgliche Variante sei. Allein das brachte mich mit einem rechnerischen Tagesdurchschnitt von 21 Kilometern auf die acht Etappen. Das erschien mir weder zu hoch noch zu niedrig, wobei die einzelnen Entfernungen zwischen 17 und 25 Kilometern schwanken. Hinterher, als ich mit dem Buch begann, fand ich die Einteilung auch aus einem anderen Grund nützlich. Denn sie ermöglicht dem Leser, einzelne oder mehrere Etappen selbst in Angriff zu nehmen - sei es als Läufer, Walker oder Wanderer.
Wer als Jogger mehrere Tage auf dem Rennsteig unterwegs sein möchte, muss sich vorher um die Logistik kümmern. Im Gegensatz zu den Wanderern können wir keine Rucksäcke mit uns herumschleppen. Das bedeutet, sich vorher einen Gepäcktransfer zu organisieren. Es gibt mittlerweile zahlreiche Hotels und Pensionen entlang des Rennsteigs, die diesen Service bieten. Man hat aber auch die Möglichkeit, sich Teile der Route oder die komplette Strecke aus einer Hand anbieten zu lassen. Wer so vorgeht, spart sich Organisationsarbeit.
Unter der Rubrik Quartiere finden Sie deshalb ein Verzeichnis von touristischen Anbietern, Hotels und Pensionen, darunter auch jene, in denen ich zu Gast war.
Es versteht sich von selbst, dass bei einem Vorhaben wie diesem Laufzeiten in den Hintergrund treten mussten. Schon deshalb, weil ich dem Leser keine Vorgaben machen, sondern die Möglichkeit geben will, sein eigenes Tempo zu wählen. Nur dann wird der Rennsteig zum Erlebnis. Hier gilt: Der Weg ist das Ziel, nicht die Zeit!
Schild am Bahnhof Rennsteig bei Schmiedefeld.
Aus diesem Grund finden in meinen Schilderungen die gelaufenen Stunden und Minuten eher selten Erwähnung. Ich glaube, sowohl für den sportlich ambitionierten Läufer als auch für den gemächlichen Jogger kann mein Bericht eine Vorlage sein, es selbst einmal zu versuchen. Wer das tut, dem sei jedoch noch gesagt: Auf die sonst erzielte Geschwindigkeit, sei es bei Cityläufen auf flachen Kursen oder im Training auf glatten Strecken, kommt man am Rennsteig nicht. Das hat vor allem mit den Höhenprofilen und dem Streckenuntergrund zu tun. Wir bewegen uns in freier Landschaft, das heißt: Wir laufen Cross. Natürlich kann man auch das leistungsorientiert, ehrgeizig oder eben ganz normal angehen, das entscheide jeder selbst. Ich habe mich für eine eher ruhige Gangart entschieden - und es nicht bereut.